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Grundversorgung

Zweites bundesweites Austauschtreffen zwischen KJH und BBU

Am 23. November 2023 fand zum zweiten Mal der jährliche Austausch zwischen Vertreter*innen der Kinder- und Jugendhilfeträger und der BBU GmbH in Wien statt.

Der Austausch widmete sich dem Thema „Kinder auf der Flucht – Förderung des Kindeswohls im Rahmen der Bundesgrundversorgung“. Der Tag bot die Möglichkeit zum:

  • Kennenlernen der aktuellen Entwicklungen für Kinder auf der Flucht und im BBU Kinderschutz;
  • Vernetzung und Austausch zu Schnittstellenthemen wie der Zugang zur Bildung, die Betreuung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher, partizipative Ansätze und die Arbeit mit Eltern (auch in Herkunftsländern);
  • Besprechen weiterer Handlungs- und Kooperationsmöglichkeiten.

Nach einem Einblick in aktuelle Entwicklungen bei Kindern auf der Flucht von Sarah Mackenzie (UNHCR Österreich) folgte ein Überblick über die Entwicklungen in der Bundesgrundversorgung und der Unabhängigen Rechtsberatung von Kindern und Jugendlichen von Grundversorgung-Geschäftsbereichsleiterin Stephanie Sladek und URB-Geschäftsbereichsleiter Stephan Klammer.

 

Im anschließenden Podiumsgespräch wurden Entwicklungen von Maßnahmen zum Kinderschutz besprochen. Der Fokus lag dabei auf derzeitigen Risikobereichen und den entsprechenden Arbeitsfeldern in der Umsetzung des Kinderschutzkonzepts, die daraus hervorgehen.

Katie Klaffenböck (IOM) und Horst Schiller (Bundeskriminalamt) gingen auf das Schnittstellenthema „Kinderhandel“ ein. Kinder auf der Flucht sind dabei besonderen Risiken ausgesetzt. Die beiden Expert*innen stellten zentrale nationale Akteur*innen vor und erklärten, wie im Verdachtsfall gehandelt wird. Das richtet sich nach Handlungsorientierungen (BMFJ, Taskforce Menschenhandel) zum Umgang mit Betroffenen von Kinderhandel.

Am Nachmittag wurden die im Podiumsgespräch genannten Risikobereiche und Arbeitsfelder in Workshops näher besprochen. Die Teilnehmer*innen setzten sich interaktiv mit den Themen Zugang zu Bildung, Entwicklungen im Bereich der Betreuung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher, Partizipation sowie Arbeit mit Eltern auseinander.

Zugang zu Bildung gewinnt insbesondere im Kontext längerer Aufenthaltsdauer zunehmend an Bedeutung. Allerdings – auch wenn der Zugang zur Schule gegeben ist, so bleiben Herausforderungen wie Sprachbarrieren, begrenzte Alphabetisierung oder fehlende Kooperation der Eltern bestehen. Problematisch ist gleichzeitig auch, dass der Schulaufenthalt aufgrund der Überstellungen in Landesquartiere mitunter temporär ist. Potentiale erkannten die Teilnehmer*innen in der Vernetzung mit Schulen und Bildungsdirektionen sowie der Bewusstseinsbildung der Eltern und Kinder.

 

Die Vertreter*innen gingen beim Austausch auf einzelne Aspekte der Betreuung unbegleiteter Kinder und Jugendlicher ein: Zum Thema Obsorge zeigte sich trotz verschiedener Zugänge und Ansätze, dass grundsätzliche alle Beteiligten das gleiche Ziel verfolgen und das eine weitere Abstimmung und offene Kommunikation der Akteur*innen wichtig ist.

Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist in den Betreuungseinrichtungen ein Kinderrecht und handlungsleitendes Prinzip im BBU Kinderschutz. Während des Austausches wurde betont, wie wichtig es ist, Räume zu schaffen, in denen Mitbestimmung und Teilhabe möglich ist. Dafür ist es notwendig, kultursensibel und der Aufenthaltsdauer angepasst vorzugehen. Kolleg*innen aus den Betreuungseinrichtungen berichteten von partizipativen Workshops, dessen Themendefinition von den Interessen der Kinder und Jugendlichen geleitet wird.

Unsere BBE nahmen z. B. den 20. November 2023 zum Anlass, um mit den Kindern und Jugendlichen den Internationalen Tag der Kinderrechte zu feiern und sie über ihre Rechte aufzuklärenGemeinsame Workshops zu Kinderrechten, Bastelaktionen und viele weitere Aktivitäten fanden dabei statt.

Unabhängig vom Begleitstatus der Kinder ist die Arbeit mit Eltern im Fluchtkontext ein wichtiger Ansatz, der darauf abzielt, Kinder und Jugendliche zu entlasten und Eltern in ihrer Fürsorgepflicht und Selbstwirksamkeit zu stärken. Um den Herausforderungen zu begegnen ist ein kindeswohlorientierter Ansatz essentiell, in dem Familien aufsuchend betreut,im Rahmen der Tagesstruktur entlastet und durch Gruppen-/Einzelgespräche begleitet werden.

Im Sinne des partnerschaftlichen Denkens, wie Andreas Achrainer (Geschäftsführer BBU GmbH & Flüchtlingskoordinator) abschließend betonte, freuen wir uns über weitere bilaterale und lokale Vernetzung sowie ein Wiedersehen beim Austauschtreffen 2024.

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