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Betreuung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge

Ali über seine Zeit in der BBE Finkenstein

Ali O. war Fachkraft in der Betreuungseinrichtung Finkenstein. Er ist selbst geflüchtet und war sowohl für die Klient*innen als auch für seine Kolleg*innen eine wichtige Unterstützung. Wir haben mit ihm über die Zeit in der BBU gesprochen. Alis Porträt steht stellvertretend für das Finkenstein-Team, in dem auch viele Menschen tätig waren, die es aufgrund ihrer Herkunft oft nicht leicht am Arbeitsmarkt haben. 

Fünf Tage war Ali in Traiskirchen, dann wurde er nach Kärnten überstellt. 2010 kam er in ein Landesquartier in St. Kanzian am Klopeiner See. „Ein Jahr war ich dort, es war eine sehr anstrengende Zeit“, erinnert er sich. Vor allem die damalige Quartiersleiterin hat er in keiner guten Erinnerung. „Ich konnte zu Beginn kein Deutsch, also habe ich auf Englisch gesprochen, sie hat aber ausschließlich auf Deutsch geantwortet.“ Fünf Jahre verbrachte Ali in der Grundversorgung und wurde immer wieder transferiert, bis er nach Klagenfurt kam.

 

Ali O., Fachkraft in der Flüchtlingsbetreuung

„In der Zeit habe ich ehrenamtlich für geflüchtete Menschen gearbeitet, zum Beispiel bei einem Sommerprojekt für Jugendliche namens ,Fantastico‘".

Sein Einsatz kam ihm beim ersten Job in Österreich entgegen: Ali war von 2015 bis 2018 bei der ORS tätig, unter anderem in einer Einrichtung in Althofen für Familien, alleinreisende Männer und alleinreisende Frauen. Das Auf und Ab der Belagszahlen lernte er schon damals kennen, genauso wie die berufliche Unsicherheit, die damit einhergeht. Doch einige Jahre später änderten sich die Zahlen ein weiteres Mal. „2021 hat mich ein Freund gefragt, ob ich Interesse hätte, zur BBU zu kommen“, sagt Ali. Sein Einstieg wurde gleich zur Belastungsprobe. „Ich hatte den ersten Nachtdienst in der Betreuungseinrichtung Finkenstein. Außer einem Kollegen der Siwacht und mir waren nur Jugendliche da. Aber alles ist gut gelaufen.“ Auf die neue Zielgruppe musste Ali sich erst einstellen.

Ali O., Fachkraft in der Flüchtlingsbetreuung

„Mit Jugendlichen zu arbeiten, war eine ganz neue Erfahrung. Es war auch herausfordernd, vor allem, was die Motivation anging: Einige wollten gar nichts tun, andere waren extrem lebendig. Mit Jugendlichen zu arbeiten, hatte nicht nur Vorteile. Sie hatten das Gefühl, ich könne sie aufgrund der ähnlichen Erfahrungen besser verstehen. Ich kannte auch ihren kulturellen Hintergrund, das war hilfreich. Ich wusste meist, was sie denken, wie ich sie motivieren und ihnen etwas beibringen kann. Gleichzeitig war es aber für mich schwierig, nicht emotional zu werden, sondern professionell zu bleiben und meine Grenzen zu wahren.

Um mit dem Thema umzugehen, fand bzw. findet für BBU-Betreuer*innen eine Pflichtschulung der Personalentwicklung namens „Abgrenzung am Arbeitsplatz“ statt.

In der Zeit hat er viel gelernt, so Ali, „sonst hätte ich nicht weitermachen können. Ich habe es mir selbst gesagt: Arbeit ist Arbeit, privat ist privat, das darf ich nicht vermischen. Ich habe mich weiterentwickelt. Das Team stand mir dabei zur Seite.“

Aber auch die BBE und das Team war immer in Bewegung: „Wir mussten uns immer anpassen. 2022 waren zum Beispiel so viele Klienten da, dass wir Notbetten aufstellen mussten. Natürlich waren einige darüber nicht glücklich, aber wir haben ihnen erklärt, warum das jetzt so ist. Und auch als Familien und alleinreisende Frauen zu uns kamen, mussten wir uns neu orientieren. Es gab wie überall Höhen und Tiefen, wo Menschen zusammen kommen.

 

Ali Omed, Fachkraft in der Flüchtlingsbetreuung der BBE Finkenstein

Ich bin sehr dankbar, dass ich in diesem Team sein durfte. Ich werde auch ganz bestimmt mit einigen Kolleg*innen in Kontakt bleiben. Und ich möchte weiterhin in der Sozialen Arbeit tätig sein und ich bin mir sicher, dass ich auch etwas Passendes finde. Denn mittlerweile habe ich viel Erfahrung.

Wir danken Ali für seinen großen Einsatz für die BBU und wünschen ihm alles Gute und viel Erfolg für seinen weiteren Weg.

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